Statuten von 1668

Geschrieben von Schützengilde Friesoythe.

  • Es sollen die Befehlshaber nach Aufforderung von Bürgermeister und Rat bei Tage und bei Nacht auf einem bestimmten Platz mit allen Schützen alsbald mit ihrem Gewehr in Bereitschaft sein bei Strafe 1 Viertop Bieres (28 Kannen).
  • Wenn der regierende Bürgermeister und alle Befehlshaber vermutlich oder unvermutlich über lang oder kurz jedem sein Gewehr, darauf er gesetzet, zu besehen umgehen und dann sehen, daß einer sein Gewehr nicht fertig hat, soll jeder, der säumig befunden wird, in Strafe von 1 Viertop Bieres verfallen sein.
  • Jeder Schütze soll bei Vermeidung der Strafe 1 Viertop Bieres 1/2 Pfund Schießpulver und 1 Pfund Bleikugeln (Kraut und Lot) bei sich in Bereitschaft halten.
  • Wenn an jedem Pfingstmontag um 4 Uhr auf dem Markt die Trommel wird geschlagen, sollen alle Schützen angesichts selber in Person und nicht durch Vertreter (es sei denn die höchste Not) allda erscheinen bei Strafe 1 Viertop Bieres.

Friesoyther Schützenfest 1932Aufnahme vom Friesoyther Schützenfest 1932 (Quelle: "Das Friesoyther Schützenfest - gestern und heute"

  • Auch soll niemand durchaus einigerwegs befunden werden, der durch Geschenke betrügt im In- oder Ausgang insonderheit unter dem Vogelschießen bei Verlust des Gewehres, so derselbe hat, neben 1 Tonne Bieres.
  • Wenn einer oder anderer Schütze wäre, der zwei oder mehrere Rohre hätte, und ein anderer Schütze käme zu ihm, eines davon zu leihen, und er ihm eines liehe, sollen beide in 1 Viertop Bieres verfallen sein (!).
  • Wenn man den Vogel abzuschießen aus- oder eingeht, soll niemand auf der Straße, noch unterwegs im Ein- und Ausgang sein Rohr abschießen bei Vermeidung 1/2 Tonne Bieres.
  • Wenn einer aus Unversicht einem mit seinem Rohr Schaden zufügen würde, es sei unter dem Vogelschießen, in der Stadt oder auch, wo es sei, so soll er nach Gelegenheit darüber gestraft werden zum geringsten mit 1/2 Tonne Bieres.
  • Wenn der König seine drei Schüsse getan, sollen darnach die Befehlshaber und dann die sämtlichen Schützen, wie sie im Register geschrieben stehen, jeder ein Schuß nach dem Vogel tun, bis es einmal umgegangen; dabei soll sich keiner unordentlich verhalten bei Strafe 1 Viertop Bieres.
  • Darauf soll es jedem frei stehen, so oft und vielmals zu schiessen, als ihm beliebt.
  • Wenn der Vogel abgeschossen ist, und man darnach mit dem König hineingeht, sollen alle Schützen, einer nach dem andern, auf dem Markt im Beisein der Befehlshaber sein Rohr abschießen, und wenn das Rohr versagt, und solches nicht gut befunden wird, soll derselbe in 1 Viertop Bieres verfallen sein.
  • Dabei soll auch niemand ein geliehenes Rohr oder Gewehr haben und führen bei Vermeidung 1 Viertop Bieres.
  • Es sollen die sämtlichen Schützen sich gegen die Befehlshaber weder an den Höchsten durchaus nicht vergreifen, sondern ihren Geboten und dem Unterricht in billigmäßigen Sachen gehorsam sein bei Vermeidung 1 Tonne Bieres.
  • Wenn einer von den Befehlshabern sich nach seiner Stellung und seinem Amte dermaßen nicht genugsam verhielte und unterdessen noch mit einigen andern Schützen Zank und Irrung aus unerheblicher Ursache anfangen würde, soll derselbe in 1 Tonne Bieres verfallen sein.
  • Wenn nun der König ins Haus gebracht ist, sollen die geordneten Schützenmeister nach altem Gebrauch die Schützen samt Frauen und Kindern bitten, sich der Gesellschaft zu entreißen und sich einer gegen den andern mit Worten oder Werken durchaus nicht vergreifen bei Strafe 1 Tonne Bieres
  • Es soll sich auch niemand in der Gilde nach 10 Uhr mehr finden lassen, sondern soll nach Hause gehen bei Strafe 1 Viertop Bieres.
  • So lange die Gilde (das Fest) dauert, soll sich ein jeder in ehrlicher christlicher Freude dergestalt ergötzen, daß niemand mutwillig mehr Bier, als man mit einem Fuß bedecken kann, vergieße bei Strafe 1 Viertop Bieres.
  • So soll niemand, so lang die Gilde währt, mit gewaffneter Wehr sich finden lassen und mit Dolchen und Messern sich nicht gegen den Geringsten oder Höchsten, besonders gegen Frauen vergreifen bei Strafe 1 Tonne Bieres.
  • Wenn auch einer gegen den andern in der Gilde mit ehrenrührigen, schimpflichen oder spitzigen Worten sich vergriffe, soll derselbe, dem solches widerfährt, es alsbald dem Befehlshaber klagen und den Täter durch den Profoß in Eisen zu legen und zu strafen begehren bei Strafe 1 Viertop Bieres.
  • Wofern einer, dem solcher Schimpf widerfährt, es nicht anzeigt und ihm oder einem andern dadurch Schaden zugefügt würde, soll derselbe, der solches verschweigt, nicht allein den Schaden auf sich nehmen und selber tragen, sondern auch noch in Strafe 1 Tonne Bieres verfallen sein.
  • So sollen auch die Schützenmeister fleißig Aufsicht haben, daß niemand in der Gilde befunden werde, als dazu berechtigt gehören bei Strafe 1/2 Tonne Bieres.
  • Man soll dann auch zu diesem Werke dem bestellten Trommelschläger für seine Mühe eine Verehrung billig zukommen lassen; es soll demselben 1 Gulden verehrt werden.
  • Es ist folgendes bewilligt und beschlossen worden, daß wofern sich einer oder anderer sich gegen diese abgefaßten Artikel und Punkte widersetzt oder angezeigt würde, die zur Zeit verordneten Schützenmeister nach Art eines jeden Verbrechens ihn nach Erkenntnis der Befehlshaber in Strafe nehmen und pfänden. Und so sich der Verbrecher widersetzen würde, soll jeder den Befehlshabern helfen.
  • Wenn der König den Vogel abgeschossen hat, soll er denselben nach altem Brauch alle vier Hochzeiten auf dem Hut offenbar tragen bei Strafe 1 Viertop Bieres.

Schützengilde Friesoythe

Alte Mühlenstraße 12
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