Schützenordnung von 1832

Geschrieben von Schützengilde Friesoythe.

Vor dem versammelten Magistrat und Bürgerausschuß wurde auch das Protokoll vom 1. Juni 1832, worin sich die meisten berechtigten Bürger zu einer neuen Schützengesellschaft unterschrieben haben und sich durch ihre Namensunterschrift wie auch die zu der Schützengesellschaft aufgenommenen Ehrenmitglieder die Anordnungen des Magistrats zu leisten und nachzukommen verbindlich gemacht haben, folgende Artikel festgesetzt:

  • Die Söhne der berechtigten Bürger können, wenn sie das 18. Jahr vollendet haben und in dem elterlichen Hause wohnen und ihre bisherige Aufführung untadelhaft gewesen, jedesmal in die Kompanie, wozu ihr Vater gehört, mit eintreten.
  • Die unberechtigten Bürger und dessen Söhne, wenn sie das 18. Jahr zurückgelegt haben, sowie diejenigen, die keine Bürger sind, können als Ehrenmitglieder aufgenommen werden, müssen sich aber einer Ballotage, die vom Magistrat vorgenommen wird, unterwerfen; erstere zahlen bei der Aufnahme 36 grote und müssen leisten, was jedes berechtigte Mitglied leisten muß; letztere bezahlen jährlich 36 grote; von dieser Ballotage sind befreit die Herren Amtmann, Auditor und die Geistlichen der Stadt.
  • Jedes Mitglied der Schützengesellschaft muß den Befehlen des Magistrats und der Offiziere bei einer angemessenen Geldstrafe Folge leisten. Die Schützengesellschaft besteht aus 4 Kompanien, die unter Leitung des Magistrats von einem General zu Pferde und 4 Offizieren kommandiert werden. Die Vorsteher der Kompanien stellen die Unteroffiziere vor und müssen auf ihrer Straße die Kompanien zusammenbringen und nach dem Marktplatz führen, wo sie dann die Kompanien den ihnen vorgesetzten kommandierenden Offizieren übergeben. Die besondere Pflicht der Offiziere ist, daß bei der Vogelstange keine Unordnung entsteht.
  • Die Untersuchung der Gewehre wird jedes Jahr den Sonntag vor Pfingsten des Nachmittags 4 Uhr auf jeder Straße der 4 Kompanien von dem ihnen vorsetzten Offizier vorgenommen und Verhaltungsregeln erteilt. Die Verordneten der Korporationen müssen die Mitglieder zusammenrufen lassen, und wer nicht mit seinem Gewehr erscheint, wird in 24 grote Brüche genommen.
  • Jedes unterschriebene oder aufgenommene Mitglied der Schützengesellschaft ist bei 48 grote Brüche verpflichtet, sich zu seiner Kompanie zu begeben und mit nach der Vogelstange hin und her zu marschieren. Es finden keine Entschuldigungen statt, als Krankheit und persönliche nötige Abwesenheit.
  • Zu dem des Abends statthabenden Ball können nur Töchter von den Mitgliedern der Schützengesellschaft zugelassen werde, und jedem nicht aufgenommenen Mitglied wie auch Dienstboten wird der Zutritt verweigert. Mitglieder, welche Dienstboten einführen oder damit tanzen, werden in 24 grote Brüche genommen.
  • In die Schützengesellschaft können nur eingeschrieben und aufgenommen werden, die als ordentliche Leute bekannt sind. Jedem, wer zu viel getrunken hat und berauscht ist, wird sogleich das Gewehr abgenommen und bestraft.
  • Der Schützenkönig erhält einen silbernen Löffel von zwei Reichstaler grote Wert, nebst einem Kranz; der angehängte silberne Vogel wird wieder zurückgegeben.
  • Die Demoisellen werden den Sonntag vor Pfingsten von dem Magistrat in einen dazu bestimmten Saal eingeladen, wo sie den Kranz für den König machen, wobei sie dann auf Rechnung der Schützengesellschaft Kaffee oder Wein trinken. Und müssen sich Pfingstmontag gleich nach geendigtem Gottesdienst des Nachmittags auf dem Rathaus einfinden, um den Zug mitzumachen.
  • Während des Vogelschießens wird eine Tonne Bier nach dem Hause, wo die Gesellschaft einzieht, gebracht, wo dann auch die Demoisellen mit dem alten und neuen König und die Musikanten Kaffee trinken.
  • Die Musikanten werden für die Musik, womit sie den Zug begleiten, von der Schützengesellschaft bezahlt. Wer tanzen will, muß sich mit den Musikanten abfinden; des Abends wird für die Tanzlustigen von der Schützengesellschaft bezahlt.
  • Jede Abänderung und Erweiterung wird vorbehalten.

Aufnahme vom Schützenfest 1949Aufnahme vom Schützenfest 1949: Bürgermeister Heinz Stuke, Ratsherr Heinrich Göken und Stadtdirektor Bernhard Bramlage schreiten die Front ab. (Quelle: "Das Friesoyther Schützenfest - gestern und heute")

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