Schützengilde

Geschrieben von Schützengilde Friesoythe.

Die Schützengilde Friesoythe ist kein Verein im üblichen Sinne, sondern eine alte Einrichtung der Stadt Friesoythe Die Geschichte der Schützengilde ist mit der Entwicklung der Stadt untrennbar verbunden. Unter der Herrschaft der Tecklenburger Grafen, die wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der Nähe ihres Wirtschaftshofes Oythe eine Burg bauten, waren die Bürger zur Heeresfolge im Aufgebot des Landesherrn und zur Selbstverteidigung verpflichtet. Diese Pflicht ist die Ursache zur Gründung einer organisierten Schützengilde, die nach den Forschungen der Heimatschriftsteller als Ergebnis der mittelalterlichen Wehrverfassung der Stadt zu betrachten ist.

Im Laufe ihres Bestehens hat sich die Schützengilde mehrfach Statuten gegeben, deren eigentlicher Grund es immer war, die Stadt zu schützen und Unheil von ihr abzuwenden. Die ältesten bekannten Statuten stammen aus dem Jahr 1668. Das erste Schützenfest wird jedoch auf das Jahr 1337 datiert.

Magistrat und Offizierskorps der Schützengilde Friesoythe

Die vier gebildeten Kompanien, die Moorstraße, die Wasserstraße, die Lange- und die Kirchstraße feiern seit diesem Zeitpunkt regelmäßig ihr "Fest der Feste".

In den ersten Sitzungen der Schützengilde nach dem zweiten Weltkrieg wurde festgestellt, dass keinerlei Statuten mehr vorhanden sind. Der damalige Adjutant Heinrich Anneken wurde gebeten, besonders dafür zu sorgen, dass das Schützenfest "in der alten Weise" seinen Verlauf nehme. Statuten sind bisher nicht wieder aufgeschrieben worden. Man feiert "in alt hergebrachter Weise". Magistrat und Offizierskorps haben allerdings in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg zur überlieferten Organisation der Schützengilde und zum Ablauf des Schützenfestes einige neue Regelungen beschlossen.

Der wichtigste Beschluss betrifft die Erweiterung des Einzugsbereichs der Schützengilde. Mitglieder der Schützengilde waren vor dem zweiten Weltkrieg nur Bewohner des engeren Stadtbezirks. Daran hielt die Schützengilde auch nach dem zweiten Weltkrieg zunächst noch fest. Noch 1952 beschloss man, dass Mitglieder der Schützengilde nur Bürger des engeren Stadtbezirks werden können.

Am 11. 02. 1955 beschloss die Schützengilde dann einstimmig, dass alle Einwohner der politischen Gemeinde Friesoythe Mitglieder der Schützengilde und damit auch Schützenkönig werden können. Die Verantwortung in der Schützengilde tragen der "Magistrat" und das "Offizierskorps" (die Chargierten")" die gemeinsam unter der Leitung des Bürgermeisters der Stadt Friesoythe beraten. Es bilden der Bürgermeister, sein Stellvertreter und der Ortsvorsteher den "Magistrat". Zum "Offizierskorps" gehören der General, der Adjutant, die vier Hauptleute und die vier Fähnriche sowie der Tambourmajor. Auch der Schatzmeister und Schriftführer der Gilde und der Schießmeister haben volles Stimmrecht im Verantwortungsgremium der Schützengilde.

Schützenkönig kann heute nur werden, wer Mitglied der Schützengilde werden kann, 25 Jahre alt ist und zwei Jahre in der Stadt wohnt. Diese Regelung wurde zuletzt 1958 durch Beschluss protokollarisch festgehalten. Schützen müssen sich auch merken, dass auf dem Schützenfest nur mitschießen kann, wer auch mit ausgerückt ist. Scheibenkönig kann man seit 1960 nur alle fünf Jahre, seit Mitte der 70er Jahre nur noch einmal im Leben werden.

Das Königsgeld beträgt 2000,- DM. Der Scheibenkönig bekommt seit 1949 neben einer wertvollen Taschenuhr mit Gravur ein Handgeld von 150 DM. Die Könige erhalten allerdings kein Bargeld, sondern Gutscheine, die nur auf dem Schützenfest in Zahlung gegeben werden können.

Mitglied der Schützengilde Friesoythe wird heute, wer aus dem erwähnten Einzugsbereich der Gilde kommt und sich (etwa im Alter nach Beendigung der allgemeinen Schulpflicht) bei einer der vier traditionellen Kompanien der Schützengilde gegen Zahlung eines einmaligen Einstandsgeldes (das nach einem Beschluss aus dem Jahre 1974 nicht unter 5 DM betragen sollte) in die Liste eintragen lässt.

Vielen Besuchern des Schützenfestes erscheint es nicht selten ungewöhnlich, dass beim Schießen auf den Königsadler Schützen aus allen Kompanien zunächst gleichzeitig schießen. Es ist aber tatsächlich so. Der Schütze der glaubt, dabei Krone, Zepter oder Reichsapfel abgeschossen zu haben, muss sich sofort bei seinem Hauptmann melden. In Zweifelsfällen - und das ist seit 1949 die Regel - entscheidet das Los. Das Los hat beim Friesoyther Schützenfest auch schon mehrfach darüber entschieden, wer unter mehreren Bewerbern Schützenkönig wurde. Seit 1981 braucht man zur Ermittlung des Schützenkönigs kein Los mehr. Denn bevor der Königsadler "in den letzten Zügen schwebt", ordnet der Adjutant an, dass nur noch kompanieweise jeweils nach Aufruf geschossen werden darf. Sind in einer Kompanie mehrere Königsbewerber, muss der Hauptmann angeben, welcher Bewerber jeweils abwechselnd bei der Salve unterstützt wird.

Schützengilde Friesoythe

Alte Mühlenstraße 12
26169 Friesoythe

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