Gekrönter Hauptmann und Goldkönig zum Fest

Geschrieben von Julius Höffmann.

Johannes Hovehne bleibt einziger Anwärter und regiert Friesoyther

Gerüchte hatten noch einen weiteren Anwärter vorhergesagt. Eine Falschmeldung, wie sich herausstellte. Als der Adler fiel, stand fest: Ein Hauptmann wird König.

Friesoythe. Der hölzerne Adler hielt genau 30 Minuten, dann ließ er gewissermaßen die letzte Feder und stürzte auf den grünen Rasen des Schützenplatzes. Mit dem Fall des Vogels stieg der neue König Johannes Hovehne auf die Schultern seiner Kompanie-Kollegen empor und wurde als neue Majestät der Friesoyther Schützengilde ins Festzelt getragen. Da der Hauptmann der Kompanie Wasserstraße der einzige Anwärter auf die Krone war, hielt sich die Spannung des Schießens in Grenzen. Dennoch verfolgten viele Zuschauer das Spektakel, das nach einer halben Stunde beendet war. Die schießenden Schützen hatten sich mit den Schwingen des Adlers nicht mehr aufgehalten, sondern hielten gezielt auf die Verankerung des Vogels - mit einer bemerkenswert hohen Trefferquote. Noch am Abend wurden Johannes und Annette Hovehne von Bürgermeister Sven Stratmann proklamiert und inthronisiert.

Zuvor hatten sich genau 677 Schützen in den vier Kompanien in der Stadtmitte zu den Klängen der Musikgruppen versammelt und hatten mit zum Teil kuriosen Kopfbedeckungen und beblümten Stöcken zunächst General Theo Vahle und Adjutant Aloys Arkenau und anschließend den Magistrat mit Bürgermeister Stratmann, dem stellvertretenden Bürgermeister Bernd Möller und erstmals dem Fachbereichsleiter Bau, Sven Corbes, begrüßt. „Für mich ist es eine große Ehre, dabei zu sein, und bislang macht es einen Riesenspaß“, kommentierte Corbes seine Premiere im MT-Gespräch.

Tradition hat es,am Schützenfest-Sonntag einen Ehrengast einzuladen. Diesmal kam er direkt aus Friesoythe und so konnte Gildechef Stratmannden anwesenden Offizieren und Vertretern der teilnehmenden Gruppen ein echtes „Gold- Königspaar“ präsentieren: Ehren-Ortsvorsteher Heinrich G. Kuhlmann und seine Ehefrau Hildegard hatten vor genau 50 Jahren die Majestätenwürde in Friesoythe übernommen.

„Es war eine Hochfreude bringende Überraschung, die Ihnen gelungen ist“, freute sich Kuhlmann sichtlich über die Einladung. Er appellierte an die Verantwortlichen, die „althergebrachten Gebräuche“ auch in Zukunft zu pflegen: „Machen Sie keine Experimente“, dann würde auch die Jugend weiter dabeibleiben. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen betonte er, „dass es eher eine Päpstin gibt, als eine Frau in der Friesoyther Gilde.“

Urkunden und Blumen gab’s vom Bürgermeister, eine Erinnerung mit einem Foto von 1966 überreichten der Hauptmann der Kompanie Moorstraße, Bernd Dedden, und Fähnrich Holger Knelangen. Heute, Montag, geht’s weiter mit dem legendären Frühschoppen in den einzelnen Kompanien. Gut gestärkt werden dann die Schützen ab 13 Uhr in der Stadtmitte antreten und das neue Königspaar in der prächtigen Kutsche begrüßen. Wie auch am Sonntag werden viele Gäste am Straßenrand das bunte Treiben verfolgen, wenn die Kompanien mit viel Musik durch die Straßen in Richtung Festplatz marschieren.

Quelle: Münsterländische Tageszeitung

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